Multifaktorielle Genese der bipolaren Störung

07.02.2019 18:51 (zuletzt bearbeitet: 30.10.2020 09:38)
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Multifaktorielle Genese (Ursachen)

Viele Untersuchungen weisen darauf hin, dass bipolare Störungen Hirnerkrankungen sind. Es konnte nachgewiesen werden,
dass der Hirnmetabolismus und die Hirn-Botenstoffe Dopamin, Noradrenalin, Serotonin und GABA abnormal funktionieren.
Auch wenn eine bipolare Störung selbst offenbar nicht vererbt werden kann, so wird zumindest die Anfälligkeit für solch
eine Erkrankung von Generation zu Generation weitergegeben. Belastende Lebensereignisse können dann zum
Ausbruch der Krankheit führen. Forschungen haben gezeigt, dass ein Kind mit einem erkrankten Elternteil
ein Risiko von 10 bis 20 % trägt. Sind beide Eltern betroffen, so steigt das Risiko für das Kind
sogar auf 50 bis 60%.

Durch bildgebende Verfahren wurde bei Betroffenen während einer Krankheitsepisode eine veränderte Aktivität
des so genannten limbischen Systems im Gehirn festgestellt. Das limbische System ist für das Empfinden
und Verarbeiten von Gefühlen mit verantwortlich. Die veränderte Aktivität bei der Verarbeitung von
Gefühlen erklärt, warum oft belastende Ereignisse einer bipolaren Erkrankung vorausgehen.

Offenbar spielt bei bipolaren Erkrankungen auch die Jahreszeit eine gewisse Rolle. Statistisch gesehen treten
im Sommer häufiger manische Episoden auf, während es im Herbst vermehrt zu depressiven Episoden
kommt. Gründe für diese jahreszeitlichen Schwankungen sind bisher nicht bekannt, der Einfluss des
Lichtes und des Serotonin-Stoffwechsels scheinen dabei eine Rolle zu spielen.

Quelle: Neurologen und Psychiater im Netz - Ursachen bipolarer Erkrankung

Aktuell geht man von einem sogenannten multifaktoriellen Geschehen aus. Das heißt, dass mehrere Faktoren
in unterschiedlicher Kombination als Ursache in Frage kommen. Hierzu zählen biologische Ursachen wie
Veränderungen in Genen und im Botenstoffsystem des Gehirns oder hormonelle Veränderungen.

Ebenso können Umweltfaktoren wie andauernder Stress, frühe Verlusterlebnisse oder traumatische
Erfahrungen wie sexueller, emotionaler oder körperlicher Missbrauch eine Rolle spielen.

Menschen sind vor dem Hintergrund solcher Faktoren unterschiedlich anfällig für psychische Erkrankungen.
Kommt z. B. ein belastendes Lebensereignisse hinzu, kann dies bei manchen Personen der Auslöser
für eine psychische Erkrankung wie eine Bipolare Störung sein.

Quelle: Bipolare Störungen - psychenet.de

Vererbung genetischer Dispositionen

Wie traumatische Erlebnisse vererbt werden - Deutsches Ärzteblatt
Genetik und Verhalten: Vererbte Traumata - Wissen - Stuttgarter Zeitung
Blockaden am Erbgut - Scinexx

Ernährung

Prä- und Probiotika zeigen positive Wirkungen auf die Stimmung

Quellen:

spektrum.de/news/wie-der-darm-die-psyche-beeinflusst/1691794
sciencedaily.com/releases/2018/12/181213083653.htm
health.harvard.edu/blog/probiotics-for-bipolar-disorder-mania-2018062514125

(Unipolare) Depressionen und bipolare Störungen treten häufiger bei Personen mit geringer Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren
und/oder niedrigen Spiegeln von Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) auf.

Die Hinweise mehren sich, dass ein Mangel oder Ungleichgewicht bestimmter hoch ungesättigter Fettsäuren der Omega-3
und Omega-6-Serien zu den genannten Entwicklungsstörungen und psychischen Erkrankungen beitragen.

Quellen:

Wikipedia Omega-3 Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren in der Neurologie und Psychiatrie)
pharmazeutische-zeitung.de/inhalt-51-2003/medizin2-51-2003/

Nitrathaltige Lebensmittel erhöhen das Manie-Risiko

Quelle: Khambadkone SG et al.: Nitrated meat products are associated with mania in humans and altered behavior
and brain gene expression in rats. Mol Psychiatry. 2018 Jul 18. doi: 10.1038/s41380-018-0105-6.

Arzneimittel

Antidepessiva können den Wandel von einer unipolaren Depression in eine bipolare Störung auslösen.
Bipolare Störungen treten seit der Antidepressiva-Ära immer häufiger auf.

Quelle: Robert Whitaker (Causation, Not Just Correlation: Increased Disability in the Age of Prozac) May 2016
Robert Whitaker | Psychology Today

Eine aktuelle Studie belegt, dass jedes 4. Medikament Störungen der Darmflora verursacht, darunter auch Antipsychotika.

Auch Nicht-Antibiotika stören die Darmflora - Scinexx
(Nature, 2018; doi: 10.1038/nature25979)

Nicht nur Antibiotika schädigen die Darmflora - Wissenschaft aktuell
„Extensive impact of non-antibiotic drugs on human gut bacteria“, Lisa Maier et al.; Nature, DOI: 10.1038/nature25979


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27.02.2019 08:13 (zuletzt bearbeitet: 27.02.2019 08:15)
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Zitat von Nathan im Beitrag #1

Durch bildgebende Verfahren wurde bei Betroffenen während einer Krankheitsepisode eine veränderte Aktivität
des so genannten limbischen Systems im Gehirn festgestellt. Das limbische System ist für das Empfinden
und Verarbeiten von Gefühlen mit verantwortlich. Die veränderte Aktivität bei der Verarbeitung von
Gefühlen erklärt, warum oft belastende Ereignisse einer bipolaren Erkrankung vorausgehen.


Könnte es sein das es bei mir dann mein Trauma der Auslöser ist?
Das ich mit meinem dritten Lebensjahr mitanschauen musste und das
100 % bewusst das mein Vater vor meinen Augen gestorben ist?

Nachdenkliche Grüsse
Emin


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