Bin ich Bipolar oder nicht? Und was wenn............

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12.01.2017 12:21 (zuletzt bearbeitet: 12.01.2017 12:23)
avatar  Lilly
#11
Li

Hallo Emin!

Grundsätzlich sehe ich das genau wie du. Ich bin an und für sich auch ein Mensch der so wenig Medikamente wie nötig nimmt, egal um welche es sich handelt.
Ich vertraue gerne in die Selbstheilungskräfte des Menschen, denn unser Körper ist etwas großartiges, was die Funktionen, Anatomie und Fähigkeiten betrifft.

Allerdings kommt es bei manchen Erkrankungen auf die Schwere und Dringlichkeit zur Therapie drauf an. Wenn man z.B. an Diabetes leidet und medikamentös nicht behandelt, kann es zu lebensbedrohlichen Situationen bis hin zum Tod kommen.

Ein Bruch, z.B. ein Beckenbruch der nicht behandelt wird kann ebenfalls tödlich sein. So ist es bei vielen Krankheiten.

Genauso eben auch bei den psychischen. Man darf die Leidenszustände vieler psychiatrischen Erkrankungen echt nicht vergessen. Die Suizide sind bei den meisten Erkrankungen um das zig-fache erhöht.

Deshalb kommt es bei der bipolaren Erkrankungen wohl auch immer auf die Schwere der Erkrankung drauf an.
Mir hat die Erkrankung die Hälfte meines bisherigen Lebens geraubt und ich habe viel durchgemacht.
Die Depressionen haben mich oft wochen- und monatelang niedergestreckt und ich habe es oft nicht geschafft mich zu verpflegen, hatte absoluten Energieverlust und bin oft lange Zeit nur gelegen.

In schlimmen Zeiten war ich mehr in der Klinik als zu Hause. Oft mit Notarzt, Polizei und Blaulicht und zwangsweise.
Man sagt, dass eine Hypomanie auch positiv sein kann, da sie kreatives Potential zum Vorschein bringt, die Leistungsfähigkeit erhöht ist und dadurch auch viel positives erreicht werden kann.
Eine ausgeprägte Manie mit Wahn dazu hat jedoch oft so eine derartige Zerstörungskraft wie ein Tsunami, dass soziale Gefüge, Beziehungen, Familien, finanzielle Absicherungen, Job, etc. in die Brüche gehen und danach sitzt man auf einem riesengroßen Scherbenhaufen und die Zukunft ist ungewiss.
Meine schwere Manie hat mir im Leben viel zerstört und kaputt gemacht. Seitdem nehme ich meine Medikamente jeden Tag ohne zu zögern und bin froh, dass ich bislang gut drauf anspreche, denn ich möchte weder eine Depression noch eine Manie wieder erleben.


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16.01.2017 05:09
avatar  romero
#12
ro

Hallo zusammen!

Ich bin wie Lilly der Meinung, dass die Art der Behandlung abhängig von der Schwere der Erkrankung ist.
Bei mir ist die bipolare Störung sehr stark ausgeprägt, d.h. sehr starke Manien mit Größenwahn und sehr schlimme, lang andauernde Depressionen.

Zur Zeit nehme ich Lithium, Abilify und Lamictal ein und ich war nun seit 4 Jahren nicht mehr in der Klinik.
Bevor ich die Medikamente nahm, war ich von 2006-2012 mindestens ein Mal pro Jahr in der Klinik.

In den Manien habe ich alle zugeplappert und hatte tausend Geschäftsideen und in der Depression war schon die kleinste Tat extrem anstrengend.
Ich musste deswegen mein Studium nach dem Vordiplom abbrechen und hatte in den Krankheitsphasen Freunde und Familie stark belastet und generrvt.

Gegen eine chronische Hypomanie :) hätte ich natürlich nichts, aber der Wahn einer Manie, welcher im Anschluss kommt soll mir, meiner Familie und meinen Freunden erspart bleiben.

Worauf ich hinaus will ist, dass bei manchen Leuten eine medikamentöse Einstellung notwendig ist, da sie sonst sich oder andere auch in Gefahr bringen können.

LG, Romero


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17.01.2017 20:19
avatar  Lana
#13
La

ein Hallo an alle User,

ich bin zwar jeden Tag hier im Forum. Nun, zum Schreiben fehlt mir im Moment die Kraft, oder Energie, da es mir sehr schlecht geht. Ich habe eben auch eine erhöhte Körpertemperatur gemessen. Bei meinen ganzen anderen Symptome könnte das von Bedeutung sein. Ich muss eh Freitag zum Krankenhaus, es wird eine Darmspiegelung gemacht........,

erstmal liebe Grüsse Lana


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29.01.2017 23:46
avatar  romero
#14
ro

Erhol Diich gut, Lana.


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31.01.2017 16:27 (zuletzt bearbeitet: 19.02.2017 01:36)
#15
avatar

@romero

das kommt mir alles sehr bekannt vor. Ich wollte sogar mal ein Geschäft eröffnen, als ich manisch war, und den Verkaufsraum ins Wohnzimmer verlegen. Im Schlafzimmer hätte ich gegessen, geschlafen und ferngesehen, da hatte ich eine 2-Zimmer-Wohnung. Den Geschäftsnamen wollte ich als Zusammenlegung meiner 2 Vornamen einrichten. Aber kurz nachdem ich bei der Zeitung die Annonce aufgeben wollte, habe ich nen Rückzieher gemacht, weil wohl der Vermieter nicht mitgemacht hätte.

Auch habe ich viel und lange telefoniert, Briefe geschrieben, dann alles bereut und die Kollateralschäden (Freundschaft, Arbeitsplatz) waren meist nicht zu beheben. Ich habe mich meist freiwillig selbst eingewiesen und bin auch mal entgegen dem Rat der Ärzte nach Hause gegangen. Angeblich war es zu früh, ich baute auch wieder Mist, anfangs war ich alle 3 Jahre klapsionär, dann waren nur noch 2 Jahre dazwischen und am Ende war ich jährlich in psychiatrischer Betreuung (musste jede Woche 2 Mal zur Institutsambulanz oder war klapsionär aufgenommen worden).

Die Medikamente nehme ich seit 10 Jahren. Seit dieser Zeit musste ich nicht mehr betreut oder klapsionär aufgenommen werden. Ich bin von der Stimmung her stabil, manchmal auch extrem fröhlich (ist aber eher ne Hypomanie). Depressionen machen mir seit 2 Jahren auch im Winter nicht mehr zu schaffen. Obwohl ich auch sagen kann, die haben mir eher im Frühling/Sommer zugesetzt als im Winter. Da sind ja alle schlecht gelaunt, man erlebt selten eine Fröhlichkeit, die man selbst nicht nachempfinden kann, das wird der Grund dafür sein.

Wenn man mindestens einmal überreagiert in Punkto waghalsige Geschäfte, fragwürdige Unternehmungen, ist man manchmal manisch, das gehört dann alles zum Bipolar-Sein.

viele Grüße
Bipolara

Homepage ohne www eingeben: draculara.de oder draculara.com

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