seit 17 Jahren beschwerdefrei - dann wieder Absturz !!!

28.04.2022 12:45
avatar  Bine
#1
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Hallo,
ich bin neu hier und heiße Sabine.
Auf dem Gebiet "bipolar" nicht unerfahren..
Ich habe seit 1996 die Diagnose. Bis zum Jahr 2005 hatte ich nur Höhen und Tiefen..Viele stationäre Aufenthalte...
Seit 2005 kam ich zu einem Arzt in ambulante Therapie. Ich wurde von Ihm auf Lithium Quilonum Retard eingestellt und hatte tatsächlich bis vor 4 Wochen keinerlei Rückfälle mehr... ich hatte in dieser Zeit keine Arbeitsausfälle mehr ...
Vor 2 Jahren wurden aber meine Nierenwerte immer schlechter, das hat mir nicht gefallen und ich habe dann in eigener Verantwortung das Lithium abgesetzt.
LEIDER muss ich heute zugeben....vor 4 Wochen ca. konnte ich 6 Nächte nicht mehr schlafen, gar nicht mehr schlafen und das kann ziemlich gefährlich werden in eine Manie abzurutschen...Ich ging darauf hin zu meinem Arzt, der mir Schlafmittel gab und mich wieder aufs Lithium einstellte..Ich bin über einen längeren Zeitraum jetzt auch krankgeschrieben und zu Hause, da mein Arzt meint er kann diese Phase wieder auffangen ohne das ich in eine Klinik muss.
Heute hab ich diese Gruppe entdeckt und hoffe das ich hier auch Menschen treffe, denen es ähnlich wie mir geht.
Ich hab jetzt seit dieser Zeit wirklich eine Lehre daraus gezogen, dass ich das Lithium brauche, wie ein Zucker Erkrankter Insulin.
Ich weiß das es schwer ist dies einzusehen, das braucht mir keiner sagen...man denkt sich, mir geht es gut und dann brauche ich dieses Medikament nicht.
Aber es ist tatsächlich anders...Fast 17 Jahre ohne jeglichen Schub mit Lithium .. halbjährlich Lithium Spiegel und Blutwerte messen lassen und ich konnte tatsächlich ein normales Leben führen.
Man lernt im Leben einfach nie aus...


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16.05.2022 16:39
avatar  Ela
#2
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Ela

Hallo Bine

Herzlich Willkommen. Danke für deinen Post.

Mir ist immer wichtig die Ursache heraus zu finden und daran zu arbeiten diese zu lösen der Bipolaren Störung. Somit kann diese demzufolge geheilt werden. Denn es liegt nicht am Absetzen des Medikamentes alleine, dass die Manie oder Depression wieder zum Vorschein gekommen ist.

Du schreibst:

"Ich hab jetzt seit dieser Zeit wirklich eine Lehre daraus gezogen, dass ich das Lithium brauche, wie ein Zucker Erkrankter Insulin "

Das ist ein Glaube, Wissen in Dir, den Du verändern kannst, wenn du es möchtest.

Hast Du dich mit Selbstheilung befasst ? Und mit der Wirkung von Gefühlen & deren Gedanken, wie wir uns damit selbst beeinflussen?

Ich wünsche Dir Alles Liebe

Herzlichst Manuela

VertrauDirSelbst, denn Du hast DEINE Selbstermächtigung = Selbstliebe in Dir.

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20.05.2022 01:28
avatar  Xisco
#3
Xi

Hi Sabine. Ich habe Deinen Text gelesen und spontan entschieden etwas beizutragen. Bei mir wurde die bipolare Veranlagung (Störung finde ich unpassend) 2016 diagnostiziert, im Alter von 49 Jahren, im Nachgang meiner ersten und extrem heftigen manischen Phase, verbunden mit allen bekannten Dummheiten. Mein spanischer Internist hatte mich zu der Zeit vor die Wahl gestellt, dem Rat meiner Frau und dem der Kollegen der Kanzlei zu folgen und psychotherapeutische Hilfe in DE zu suchen oder mich zwangsweise Einzuweisen. Nach einigen Fehlversuchen mit Tavor, Venlazapin, Aripiprazol, Quetiapin etc. war klar, dass mein Hirnstoffwechsel auf Psychopharmaka paradox reagiert. Wir einigten uns dann, nachdem ich Vertrauen mit meinem Therapeuten aufbauen konnte, auf Lithium. Über die Nebenwirkungen war ich bestens aufgeklärt worden, regelmäßige Kontrolle der Blutwerte , Schilddrüsen- und Nierenfunktion war vereinbart. Das Lithium tat rasch seinen Dienst, bis ich es ohne Rücksprache absetzte. Es ging mir ja wieder gut. Es folgte zwangsläufig die nächste Manie, die mich viel Geld, meinen Job und meine Ehe kostete. Das sind Nebenwirkungen einer bipolaren Veranlagung. Ich gebe Dir, Sabine, Recht, Lithium hat extreme Nebenwirkungen und ist am Ende ein mit Maß, Bedacht und Kontrolle anzuwendendes giftiges Alkalimetall. Aber es hilft dabei, dass wir bipolaren Menschen auf unserem Achterbahn ähnlichem Weg durchs Leben nicht im Tal versinken oder im Looping komplett aus der Schiene springen. Mir hilft Lithium seit einigen Jahren, sehr zuverlässig, zudem hilft es seinen Leidenschaften nachzugehen wie Sport, Kunst, soziale Kontakte, Kochen, Natur, Sprachen was auch immer. Konzentriere Dich mal auf Dein eigenes Leben und Deine Ziele. Das hilft perfekt.
In diesem Sinne, wünsche ich Dir alles Gute, Xisco


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