Akute hypomanische Phase obwohls unmöglich sein sollte - HILFE!

07.01.2018 17:19
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Hallo an alle,

+++ kurz die Vorgeschichte +++

November 2013 von nem Auto zamgfahren worden, Schädelbruch.
Über ein halbes Jahr ungeheuren Stress in allen Lebenslagen (schon davor arbeitslos gewesen, Nebenjob verloren, wie zahl ich die Rechnungen, was is mit meinem Körper jetzt schon wieder los, welche 20 Medikamente brauch ich heute etc etc etc), dann hats mich langsam psychisch zum aushageln angfangen. Long story short, April 2015 zum Notdienst vom PSD in Wien, seitdem bei einem Psychiater in Behandlung, eine Gruppentherapie abgeschlossen, seit September 2017 wieder Therapie, diesmal Einzelsitzungen.

Hatte zuerst Zyprexa in der üblichen Anfangsdosierung (weiß ich leider nimmer), davon mal glatt 30kg zugenommen -> nach 1-2 Monaten abgesetzt.

Danach Abilify auf anfangs 10mg, nach nem Jahr oder so auf 5mg, das bis Juli 2017. Hatte in unregelmäßigen Zeitabständen schräge Nebenwirkungen die ich aber ewig lang nicht auf dieses Medikament zurückführen konnte (im Nachhinein hat sich dann rausgestellt, es war dieses Medikament).

Ab Mai/Juni 2015 da so depressiv wie noch nie (war in meiner Jugend 1x mittelschwer und 1x leicht depressiv), akute Suizidgefahr -> Mutan erst 20mg, später 40mg, das bis Mai 2017. Depressiv war ich da nimmer (hab im Mai ein einmonatiges Praktikum bei ner Werbeagentur gemacht, hat alles sehr gut funktioniert), der Antrieb hat aber trotzdem zu wünschen übrig lassen. Mutan abgesetzt und Wellbutrin versucht (in der Anfangsdosierung, weiß ich leider nimmer), nach ein paar Tagen richtig arge Schlafstörungen bekommen -> abgesetzt, ich glaub ich habs dann wieder mit Mutan 20mg versucht.

Immer mal wieder sporadisch Xanor zum Runterkommen, meist 0,5 - 1mg.

Im Juli 2017 hatte ich dann von einem Tag auf den anderen die Schnauze so voll dass ich alles kalt abgesetzt hab (natürlich ohne meinen Psychiater davon zu informieren - der hats beim nächsten Termin erfahren und relativ gelassen reagiert, er kennt mich halt schon). Bis späten August 2017 lief eigentlich alles richtig gut, als wär ich gar nimmer bipolar. Dann hat ne manische/hypomanische Phase eingesetzt, hab eingesehen dass ich so unmöglich ner geregelten Arbeit nachgehen und das ka Zustand auf Dauer is, nächster Arzttermin -> versuchen wirs mit Seroquel, anfangs auf 100mg.

Von September 2017 bis Ende Dezember eeewig lang versucht an die 100mg zu gewöhnen - in der Dosierung is ja schlaffördernd, ich hab ganz arg drauf reagiert.
12-15h Schlag/Tag, aufwachen hat 2-3h gedauert, immer wieder unkontrolliert weggekippt. Soziales Leben in der Zeit so gut wie nicht vorhanden, habs grad noch geschafft Lebensmittel einzukaufen, das hat ab und zu mein Mitbewohner für mich übernommen weil ichs einfach nicht auf die Reihe bracht hab.

Dezember 2017 erst auf 200mg eingestellt da mein Psychiater meinte es ist keine gute Idee die Dosierung radikal zu erhöhen wenn ich noch nicht dran gwöhnt bin. Ende Dezember hats mir dann auch damit gereicht und hab in Eigenregie auf 300mg (ab da wirkts laut ihm stimmungsstabilisierend und nimmer schlaffördernd) und siehe da: Plötzlich nur mehr 8, 9h/Tag geschlafen, von selber schnell munter worden, soziales Leben wieder da, alles gut.

+++ das eigentliche und akute Problem +++


Am Freitag war ich mit einer Freundin weg, hab deshalb die abendliche Dosis nicht genommen. Am Samstag gegen Mittag war ich dann daheim und plötzlich sehr weinerlich, dünnhäutig, empfindlich. Hab gegen 2 am Nachmittag sicherheitshalber 500mg Seroquel genommen und bin schlafen gangen. Um 6 am Abend bin ich von selber wieder aufgewacht und seitdem bin ich hypomanisch. Bin jetzt seit fast 24h durchgehend wach, nix gegessen, keinen Hunger, vergess sogar aufs Rauchen, nur am Laptop, permanent 40 Tabs offen, mach alles gleichzeitig, chat mit x Leuten gleichzeitig, kau mir die Innenseite meiner Wangen ab, mein Mitbewohner stellt sich schon schlafend weil ich ihm so auf die Nerven geh.

Wie zur Hölle kann es sein dass ich nach der Einnahme von 500mg Seroquel hypomanisch werd?!
Hab die Notrufnummer vom PSD angerufen, der meinte auf gut deutsch ich soll einfach bis morgen warten und dann in meine Ambu gehen wo mein Psychiater is.
Er hat gemeint ich soll meine übliche Dosis (300mg) vorm Schlafengehen (oder zmd den Versuch) nehmen und schauen was passiert.

Kann mir iwer sagen was mit mir los is?!
Ich hab meinem Psychiater erzählt dass ich 2-3x nach der Einnahme von 0,5-1mg Xanor hypomanisch/manisch wurde, meinte er ja, das nennt sich paradoxe Wirkung, kann selten vorkommen (war ja so klar dass ich wieder ne seltene Nebenwirkung abkrieg).

Was soll ich jetzt machen? Was ich weiß dass helfen würde (hat mir eine ebenfalls bipolare Freundin empfohlen) ist, nun ja, auf der grünen Welle surfen, ihr versteht? Is leider momentan keine Option da nicht vorhanden und nicht auftreibbar.

Hilfeeeeeeee


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12.01.2018 17:16
#2
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@keiko

erstmal willkommen an Board. So wie du das beschreibst, wirst du noch mehr nervös, wenn du dich die ganze Zeit beobachtest. Vielleicht solltest du nicht alles, was in dir vorgeht, gleich auf Phasen schieben. Dass man mal eine Nacht nicht schlafen kann, passiert auch gesunden Menschen. Nervosität kann man nicht durch Tabletten allein bezwingen. Man kann auch z. B. nicht für alles eine Tablette einwerfen, z. B. bei Liebeskummer nehme ich mal Antidepressiva, brauche ich dann ja, oder wenn ich sehr kreativ bin, nehme ich Seroquäl, statt mich an den Rechner zu setzen und die Gedanken aufzuschreiben - das funktioniert bei niemandem. Ich glaube, du machst dir zu viele Gedanken um viele Gedanken. Ich habe auch Phasen, in denen mir Gedanken den Schlaf rauben. Manchmal kann ich dann nichts tun als diese 2 Tage eben auszuhalten und am 3. schlafe ich vor Erschöpfung vor dem Fernseher ein. Es ist ja auch ein Fehler, zu glauben, Tabletten könnten alle Probleme lösen. Klar kann ein Neuroleptikum die Laune nicht verändern, es kann nur platt machen insofern, dass das Gedankenkarussell sich langsamer dreht. Aufhören sich zu drehen wird es trotzdem nicht. Eigentlich ist es nur gegen Psychosen wirksam. Seroquel ist schlaffördernd und antipsychotisch. Aber mehr kann man davon auch nicht erwarten. Also bitte mach dich nicht unnötig verrückt.

viele Grüße
Bipolara

Homepage ohne www eingeben: draculara.de oder draculara.com

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