#1 Probiotika und Omega-3-Fettsäuren von Nathan 04.02.2019 22:52

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Prä- und Probiotika

Probiotika reduzieren offenbar die Zahl der manischen Episoden. Prä- und Probiotika können außerdem helfen
den Schädigungen der Darmflora (Mikrobiom) durch Psychopharmaka entgegenzuwirken. Jedes 4. Medikament,
darunter leider auch Psychopharmaka, beispielsweise Antipsychotika wirken sich negativ auf die Darmflora aus.
Eine gestörte bzw. geschädigte Darmflora kann zur Folge haben, dass Nährstoffe nur unzureichend synthetisiert
und resorbiert (aufgenommen) werden können.

Dies kann zu gehäuften Krankheitsepisoden und zu weiteren Folgeerkrankungen führen. Deshalb ist es ratsam,
sich möglichst abwechslungsreich prä- und probiotisch zu ernähren. Möglicherweise kann eine abwechslungs-
reiche prä- und probiotische Ernährung in der Kombination eines Breitspektrum-Probiotikum vorteilhaft sein.
Eine Studie zeigte, dass Patienten die keine Probiotika einnehmen sehr viel schneller in der Klinik vorstellig
werden, als Patienten die Probiotika einnehmen. Wer kein Breitspektrum-Probiotikum einnehmen möchte,
sollte sich ausführlich über eine abwechslungsreiche prä- und probiotische Ernährung erkundigen.

Quellen (Studien):

health.harvard.edu/blog/probiotics-for-bipolar-disorder-mania-2018062514125
American College of Neuropsychopharmacology - Probiotics could help millions of patients suffering from bipolar
disorder (2018); medmedia.at/spectrum-psychiatrie/darm-hirn-achse-affektive-erkrankungen-und-mikrobiom-ein-
review/; Scinexx - Auch Nicht-Antibiotika stören die Darmflora (Nature, 2018; doi: 10.1038/nature25979)
Wissenschaft aktuell - Nicht nur Antibiotika schädigen die Darmflora (03/2018)
Lisa Maier et al. (2018) „Extensive impact of non-antibiotic drugs on human gut bacteria“
Yolken RH et al. (2018), Nitrated meat products are associated with mania in humans and altered behavior and
brain gene expression in rats

Prä- und probiotische Lebensmittel

Präbiotika finden sich beispielsweise in Artischocken, Broccoli, Chicorée, Knoblauch, Äpfel, Spargel,
Schwarzwurzeln, Karotten, Zwiebeln, Bananen, Lauch, Getreidevollkornprodukte, Leinsamen,
Flohsamen, Mandeln, Hafer und Roggen.

Probiotika sind Zubereitungen, die lebensfähige Mikroorganismen enthalten, zum Beispiel Milchsäurebakterien
und Hefen. (Fermentierte Lebensmittel) Eine der besten Probiotika-Quellen ist Naturjoghurt, vorzugsweise in
Bio-Qualität. Weitere probiotische Lebensmittel sind bspw. Buttermilch, Kefir, Sauerkraut, naturtrüber
Apfelessig, saure Gurken und Käse wie Gouda, Cheddar, Mozzarella, Parmesankäse.

Probiotika reduzieren die Zahl der manischen Episoden. In einer Studie mit Menschen, die an der bipolaren Störung
litten, gab Yolken einem Teil der Probanden nach einer manischen Episode Probiotika, um deren Darmflora positiv
zu beeinflussen. Das Ergebnis war, dass die Probiotika-Gruppe in den kommenden sechs Monaten seltener eine
erneute manische Episode erlitt als die Teilnehmer, die keine Probiotika erhalten hatten.

Quellen (Studie):

Yolken RH et al. (2018), Nitrated meat products are associated with mania in humans and altered behavior and
brain gene expression in rats

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren sind für den Menschen lebensnotwendige (essentielle) natürliche Fettsäuren. Der Organismus
ist selbst nicht in der Lage, diese herzustellen und ist daher auf eine Zufuhr von außen angewiesen. Unipolare
Depressionen und bipolare Störungen treten häufiger bei Personen mit geringer Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren
und/oder niedrigen Spiegeln von Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) auf. Ein niedriger
Omega-3-Index ist ein Risikofaktor für zukünftige Selbstmordversuche. Omega-3 Fettsäuren können helfen
Depressionen deutlich zu lindern oder vollständig zu beheben.

Quellen (Studien):

sciencedaily.com/releases/2015/02/150225094109.htm
ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4882968/
ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28987035
ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25713056
ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10232294
Forbes November 16, 2014 Can Fish Oils Prevent Or Delay Development Of Psychosis?
Wikipedia Omega-3-Fettsäuren (5. Omega-3-Fettsäuren in Neurologie und Psychiatrie)

Zusätzlich kann bei fehlender endogener Synthese Vitamin D3 sehr hilfreich sein.
Tagesbedarf Jugendliche und Erwachsene (15 bis unter 65 Jahre): 800 IE pro Tag entspricht 20 µg pro Tag

Warnhinweis:

Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel (NEM) sollte, zuvor immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden,
um mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen zu vermeiden. Bei einer täglichen Dosis höher als 1000 mg EPA
können wie bei einem Antidepressivum, hypomanische bzw. manische Symptome auftreten. Nach dem Abklingen der
depressiven Symptomatik sollten daher langfristig weniger als 1000 mg EPA täglich eingenommen werden. NEM
können Schwankungen in der Dosis aufweisen und verunreinigt sein. NEM sollten auf Schadstoffe geprüft sein.

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